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SHENBODYWORK



Shenbodywork beschreibt eine Haltung, wobei die Erfahrungen aus den unterschiedlichsten Bereichen, in eine bewusste achtsame Berührung fließen.

SHEN ist japanisch und wird meistens mit "Geist" oder "Bewusstsein" übersetzt.(1)

Etymologisch stammt Achtsamkeit vom althochdeutschen "ahten" (erwägen, merken, kümmern), welches mit dem gotischen Begriff "aha" (Sinn, Verstand) verwandt ist. Achten wird als ein aktives Verhalten beschrieben. Es steht immer in Beziehung zu etwas, was mit acht ausgedrückt werden möchte.(2)

shenbodywork

Berührung wird als Kommunikation mit den Händen betrachtet,(3) und ist eine Möglichkeit, sich selbst wieder besser wahrzunehmen und dadurch zu sich und zum eigenen Lebensweg zu finden.(4)

Masunaga, Professor für Psychologie an der Universität von Tokyo, förderte die Rückkehr traditioneller Spiritualität zum Shiatsu. Das grundlegende Prinzip hinter Shiatsu und Zen ist, so betonte er, ein resonanzbereiteres Leben zu ermöglichen.(5) Zen und Shiatsu können nicht nur verstandesmäßig erklärt werden, sondern sie müssen mit dem ganzen Wesen erfahren werden.(6)

Das Resonanzprinzip bedeutet in der Physik das Mitschwingen von Körpern, Molekülen oder Atomen, ähnlich wie Begeisterung, die ansteckend wirkt.(7) Oschman beschreibt die Resonanz als elektromagnetische Wechselwirkung zwischen Molekülen.(8) Resonanz findet in zwischenmenschlicher Kommunikation statt und ist eine Grundlage für das Gefühl von Gemeinschaft. Dämfpungsfaktoren für die Schwinungsfähigkeit von Körpern sind Anspannungen als Folge von Stress, Angst, Ehrgeiz u.a.m. Shiatsu verfolgt das Ziel Menschen schwinungsfähiger zu machen.(9)

In einer Studie von Schrievers berichten Klient/inn/en in 90 Tiefeninterviews über ihr Erleben von Shiatsu. Durch Shiatsu wurden sie noch bewusster im Umgang mit dem eigenen Körper und konnten mehr Bezüge von Emotionen zur eigenen körperlichen Verfassung herstellen.(10)


ANWENDUNGSFELDER



Das Berufsprofil der Shiatsu Gesellschaft Schweiz ist im Konzept der Salutogenese verwurzelt. Antonovskys Salutogenese ist kein medizinisches, sondern ein soziales Konzept. Entscheidend ist das Kohärenzgefühl, welches sich auf drei Faktoren stützt: Verstehbarkeit, Handhabbarkeit und Bedeutsamkeit. Die Grundsätze der Salutogenese werden im Shiatsu beispielsweise wie folgt umgesetzt:
  • Verstehbarkeit bei Verleugnungen fördern: In der Behandlung durch Berührung und im Gespräch zur Selbstwarhnehmung hinlenken und die Selbsterkenntnis begleiten.
  • Handhabbarkeit bei Ohnmachtsgefühl aufzeigen: Die inneren und äußeren Ressourcen durch Bewusstmachung stärken. Hinleiten zu kleinen, überschaubaren Veränderungsschritten.
  • Sinnsuche und Motivation bei Resignation anregen: Stärkung der inneren Ausrichtung auf liebevolle Beziehungen und freudvolle Tätigkeiten.(11)


Eine Behandlung kann weder einen Arztbesuch noch eine anstehende medizinische, psychologische oder psychiatrische Therapie ersetzen.(12)


Neben dem salutogenetischen Ansatz hat Shiatsu zum Ziel, die Energiebilanz des Körpers zu balancieren, wiederherzustellen und zu erhalten und die Entstehung von Stress zu verhindern. Ein Review bezüglich Shiatsu ergab, dass die am häufigsten vorkommenden Gründe für eine Shiatsu-Therapie muskuloskelettale und psychologische Probleme sind. Zu den gesundheitlichen Problemen, gehören:

  • Kopfschmerzen, Migräne
  • steife Nacken und Schultern
  • Rückenschmerzen
  • Husten
  • Erkältungen
  • Mensturationsbeschwerden
  • Atemwegserkrankungen einschließlich Asthma und Bronchitis
  • Nasennebenhöhlenbeschwerden und Katarrh
  • Schlaflosigkeit
  • Verspannungen
  • Ängste und Depressionen
  • Müdigkeit und Schwäche
  • Verdauungsstörungen und Darmprobleme
  • Kreislaufprobleme
  • rheumatische und arthritische Beschwerden
  • Ischialgien und Folgeerscheinungen von Verstauchungen und Verletzungen.(13)








(1) vgl. Beresford-Cooke, Carola (2012): Shiatsu - Grundlagen und Praxis - Mit einem Geleitwort von Thomas Myers. 3. Aufl. München: Urban&Fischer.

(2) vgl. Glatzer, Sylvia (2015): Zur Bedeutung von "Achtsamkeit" für das Stressmanagement - Krisen-Kompetenzen fördern & Resilienz stärken. Deutschland: Trainer.

(3) vgl. Helmbold, Anke (2007): Berühren in der Pflegesituation - Intentionen, Botschaften und Bedeutung. 1. Aufl. Bern: Huber.

(4) vgl. Tinkhauser, Katja (2010): Die Auswirkungen von Shiatsu auf psychische Parameter - Ein Vergleich von Shiatsu und Autogenem Training bezüglich ihrer Effekte auf Befindlichkeit, Stressempfinden und Körperbild. Saarbrücken: Müller.

(5) vgl. Masunaga, Shitsuto; Ohashi, Wataru (1977): Zen Shiatsu: How to Harmonize Yin and Yang for Better Health, zit.n.: Beal, margaret (2000): Acupuncture and Oriental Body Work: Traditional and Biomedical Concepts in Hilistic Care: History and Basic Concepts. In: Holistic Nursing Pracitice 14 (3), S. 69 - 78.

(6) vgl. Masunaga, Shitsuto; Ohashi, Wataru (2006/1977): Das große Buch der Heilung durch Shiatsu - Das Standardwerk über Theorie und Praxis der japanischen Heilmassage. Frankfurt: S. Fischer.

(7) vgl. Tinkhauser, Katja (2010): Die Auswirkungen von Shiatsu auf psychische Parameter - Ein Vergleich von Shiatsu und Autogenem Training bezüglich ihrer Effekte auf Befindlichkeit, Stressempfinden und Körperbild. Saarbrücken. Müller.

(8) vgl. Oschman, James L. (2009): Energiemedizin - Konzepte und ihre wissenschafliche Basis. 2. Aufl. München: Urban & Fischer.

(9) vgl. Rappenecker, Wilfried (2016): Resonanz in der Körpertherapie, Deutschland, Online im WWW unter URL: http://www.schule-fuer.shiatsu.de/images/pdf_deutsch/W.Rappenecker_Resonanz.pdf (Stand: 27.10.2017)

(10) vgl. Schrievers, Joachim (2017): Schätze des Shiatsu. Noderstedt: Books on Demand.

(11) vgl. Itin, Peter (2007): Shiatsu als Therapie. Norderstedt: Books on Demand GmbH.

(12) vgl. Österreichischer Dachverband für Shiatsu, (2017): Vordruck für KlientInnen (rechtlicher Rahmen), Österreich, Online im WWW unter URL: http://oeds.at/fileadmin/user_upload/intern/klientinnen-kenntnisnahme.pdf (Stand: 1.11.2017)

(13) vgl. Robinson, Nicola; Lorenc, Ava; Liao, Xing (2011): The evidence for Shiatsu: a systematic review of Shiatsu and acupressure, London, Online im WWW unter URL: http://bmccomplementalternmed-1biomedcentral-1com-1b46ht9pq23ac.han3.donau-uni.ac.at/track/pdf/10.1186/1472-6882-11-88?site=bmccomplementalternmed-1biomedcentral-1com-1b46ht9pq23ac.han3.donau-uni.ac.at (Stand: 19.10.2017)










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